Ameisen – Menschen............eine Betrachtung                             

 

Fünf Sätze als Vorwort

 

Ich kaufte kürzlich in einem großen Warenhaus einen Strauß Gladiolen. Mir fehlte einfach die Zeit, um noch in einen Blumenladen zu gehen.

Zu Hause entdeckte ich in einer ihrer großen Blüten eine Ameise, die mich zu folgender Betrachtung inspirierte.

Nun ja, die Ameise lebte nicht lange, ich gebe es zu! Doch wer will schon Ameisen in der Wohnung!!!

 

Die Geschichte

 

Wie Ameisen laufen sie – Menschen im Warenhaus, in einem beliebigen Einkaufszentrum, Eine „Ameisenburg“! Dieses Bild drängt sich mir mit aller Kraft auf.

 

Ich schaue aus der oberen Etage über die Brüstung, klammere mich am Metallgitter fest,

habe Angst zu fallen, mitten hinein in diesen Strudel der Bewegung. Ein Schwindel, in dem ich glaube, fliegen zu müssen. Aber ich weiß zugleich, ich kann ja nicht fliegen...

...

 

Wie in einem kleinen Film sehe ich in diesem erstaunlichen Moment, dass ein Mensch mit einer kleinen Schaufel unbeabsichtigt eine „Ameisenburg“ zerstört, um eine Blume einzugraben... und er entdeckt, dass echte junge Ameisen Flügel haben. Ja, wirklich, Flügel. Zu einer bestimmten Stunde des Sommer-Nachmittages fliegen sie aus.. Ja sie können es,... fliegen!

Das haben sie also uns Menschen voraus!

Das Filmchen dauert nur Sekunden, dann stehe ich nachdenklich und etwas verloren da...

So unähnlich sind sie uns Menschen nicht, die Ameisen. Ihr großes Organisationstalent und ihr Füreinanderdasein, die Hilfe, die sie sich gegenseitig geben,  wirklich  beispielhaft!

...

 

Das Einkaufszentrum „Ameisenburg“ ist noch immer überfüllt von Rastlosigkeit,

Hektik und maßloser Unruhe.

Alle scheinen einer bestimmte Aufgabe nachzugehen, sie tragen herein, sie tragen hinaus, ameisenähnlich.

Mancher „Ameise“ steht die Erschöpfung unmittelbar im Gesicht, vielen anderen eine ungesunde  Strenge und Starrheit.

Kein Lächeln, das sich verirrt...

Weil, nun..., Ameisen lächeln nicht, können es nicht,

es ist ihnen nicht angeboren...

...

Mein Blick klärt sich,  ich kann wieder gut nach unten sehen, ohne Schwindel,

und ich kann lächeln...

Das ist mir angeboren, dafür bin ich dankbar!

Der nächsten „Ameise“, die an mir vorüber“krabbelt“,

lächele ich zu

Ich freue mich, dass sich die alte Dame darüber freuen kann.

 

Und siehe da: Sie lächelt auch – überrascht!

 

 

 

 

Ich freue mich, dass Sie mich heute besuchen. Es ist genau: Genaue Uhrzeit
Datum von heute

Johann Wolfgang von Goethe

Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.

 

Damals sagte ich zu meiner Frau: „Ich werde ein ganz gefährliches Experiment beginnen. Ich werde für das Publikum schreiben, und ich werde so schreiben, dass alle verstehen, was ich meine.“

Marcel Reich-Ranicki (*1920), poln.-dt. Literaturkritiker

 

 

Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen.

Mark Twain