Holunder-Philosophie

                                                                     

 

 „Weißer Holunder blüht wieder im Garten, wo übers Jahr glücklich ich war...“

  Mancher der  Leser wird sich gerne an diesen alten Schlager erinnern und vielleicht sogar mitsingen, weitersingen....

 Wunderbare Holunderblüten-Zeit.  Jugendbilder wachen auf, gehen vor  dem geistigen Auge spazieren...

  Vielleicht war es die Zeit der ersten Liebe, damals, als das Lied aktuell wurde und es könnte heute sein, zur Zeit der Holunderblüte, Zeit auch für eine Liebe in den späteren Jahren....

 

Überwältigender Holunderblütenduft steht an stillen warmen Abenden wie eine Glocke über Parks und Gärten..

 Kommt sacht ein leiser Wind. hinzu, versetzt er diese unsichtbare Glocke in Schwingungen und die Dufttöne fliegen hinaus übers frühsommerliche Land und hinein in die Herzen.

 Du fühlst Dich berührt von einer unhörbaren Melodie, die Dich in Sommerträume geleitet  und Du siehst einen Holunderbusch in Deinem Garten, der ungestört zum Baum heranwächst, einem sogenannten „Holler-Busch“...

 

Und wer hat diesen „Tausend-Dolden-Baum“ wohl gepflanzt, wo kam er her, wer schenkte ihn Dir?----.Es war vielleicht eine Amsel, die vor Jahren eine Holunderbeere aus dem Schnabel  fallen ließ, genau an dieser Stelle...

 Auch heute ist es eine Amsel, die Holunderbeeren liebt und sich vorsorglich ein Nest  in den dichten dunklen Zweigen gebaut hat.

 Vielleicht hat gerade unter seinem Dach einmal ein Liebespaar die Unsichtbarkeit gesucht und gefunden.

 

Die Zeit ist vergänglich... und alsbald werden aus den wunderbaren weißen Blüten kleine grüne Kügelchen wachsen, die sich nach und nach schwarz färben.

 Dann ist bereits Hochsommer und der Herbst nicht mehr allzu weit....

 

Doch kann man mit Holunderblüten- und -Beeren nicht nur sehr schön über die Liebe philosophieren, sondern sie bieten auch einen guten Geschmacks- und Gesundheitswert..

 Und nicht zu vergessen, der sogenannte „geistige“ Wert... Ich denke da an Holunderlikör..., ein Gläschen und noch ein Gläschen... und schon fühlt man sich geneigt, das alte Lied leise zu summen:

 „Weißer Holunder blüht wieder im Garten“--- Jedes Jahr - Wunderbar...

 

 Vorsicht jedoch:

 Auch der Holunder hat im Herbst „Depressionen“, wirft einfach alles ab, Blätter und Beeren. Diese sind nun schwarz-breiig und verleiten zum Ausrutschen, hinterlassen unliebsame Muster auf  Hosen und Röcken... J) und vom Schmerz reden wir erst gar nicht!

 

Karin Fluche

 

 

 

 

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Johann Wolfgang von Goethe

Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.

 

Damals sagte ich zu meiner Frau: „Ich werde ein ganz gefährliches Experiment beginnen. Ich werde für das Publikum schreiben, und ich werde so schreiben, dass alle verstehen, was ich meine.“

Marcel Reich-Ranicki (*1920), poln.-dt. Literaturkritiker

 

 

Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen.

Mark Twain