Lebensweg des Wassers                            

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Eine winzig kleine Quelle war sie, ja eigentlich nur ein paar stetige Tropfen, die vor Jahrtausenden als ein kleines Rinnsal zwischen gewaltigen Felsbrocken hervortrat.

Wie kam das Wasser aus den unendlichen Gesteinstiefen ans Tageslicht? Lag damals vielleicht das große Meer ziemlich nah unter der Erdoberfläche?.. 

Die Quelle entwickelte sich in langer Zeit zu einem kleinen Bach, denn andere Rinnsale vereinigten sich zögerlich mit ihr und das schmale Bachbett trug etwas mehr Wasser. 

Jahrhunderte gingen wiederum ins Land.

Der Bach hatte zugelegt und war mittlerer Weile zu einem imposanten, breiten, „wandernden“ See herangewachsen, der sich über niedrige Bergspitzen und Täler geruhsam vorwärts bewegte. Bis es eines Tages geschah......

 

Der „wandernde“ See war an seine Grenzen gelangt und seine ersten flachen Wellen berührten eine Art Plattform, die kilometertief steil nach unten abfiel.

Der „wandernde“ See sah keinen Ausweg, denn ringsum standen steile Berge und ein Zurück gab es ebenfalls nicht.

Er stürzte sich deshalb todesmutig und unvermittelt mit seiner ganzen Kraft dem Abgrund entgegen, ...weiter, tiefer, tiefer....

Der erste riesige Wasserfall der Welt war geboren.

 

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Das Wasser ließ beim Aufprall tobende, rauschende und gischtende Geräusche hören. Vielleicht waren es im Ursprung ja auch Schmerzlaute ...Wer weiß das schon?  

 

Nach dem enormen Fall musste sich das Wasser erst wieder eine Weile sammeln, ehe es sich entschloss, jetzt als ein wild reißender Fluss durch die Lande zu ziehen, er wuchs zusehends. Zeitweise Begleitung wie von lieben Freunden fand der Fluss in einigen kleinen Zuflüssen, die sich jedoch nach einiger Zeit wieder verabschiedeten, manche trockneten unterwegs aus, ihr Leben endete bereits hier...

 

Der Fluss nannte sich jetzt „Strom“ und an seinen Ufern gab es nun menschliche Ansiedlungen, die seine Energie und Kraft für ihr Überleben nutzten. 

Zu dieser Zeit fühlte sich der Strom sogar irgendwie ausgebeutet.

 

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Er wurde gegen seinen Willen umgeleitet in fremde Richtungen, erhielt ein anderes Flussbett.

Menschen bohrten Löcher in den Boden seines Bettes, um eine schwarze zähe Flüssigkeit zu gewinnen und ließen diese dann später einfach in sein klares Wasser laufen... Die Wunde wurde nicht wieder geschlossen..

Zusätzlich wurden auf seinem Rücken riesige Schiffe platziert, die er in seinem täglichen Lauf ständig mitnehmen musste.

 

Im Laufe der vielen Jahre ließen die Kräfte des Stroms dann zusehends nach. Er war mit seinen Leistungen nicht mehr so gefragt, seine Lebensenergie wurde matt.. Die Menschen nannten ihn jetzt nur noch den „alten Strom“.

 Der alte Strom selbst wünschte sich auf Grund seines sehr langen Lebensweges und seiner vielen schmerzhaften Erfahrungen nichts weiter, als nunmehr auszuruhen, .. ein Zuhause zu finden.

Dieser Wunsch ging schließlich und endlich für ihn in Erfüllung, denn er näherte sich seinem Ziel, dem Meer...---

 

Das Meer rauschte sanft und beruhigend bei seinem Eintritt auf und breitete seine Wellen wie Arme aus, die Arme einer Mutter....Der Strom war zu Hause.... Das Meer, Heimat des Wassers und Ursprung allen Lebens...

 

Karin Fluche

 

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Johann Wolfgang von Goethe

Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.

 

Damals sagte ich zu meiner Frau: „Ich werde ein ganz gefährliches Experiment beginnen. Ich werde für das Publikum schreiben, und ich werde so schreiben, dass alle verstehen, was ich meine.“

Marcel Reich-Ranicki (*1920), poln.-dt. Literaturkritiker

 

 

Schreiben ist leicht. Man muß nur die falschen Wörter weglassen.

Mark Twain